Eine Bodenplatte, einen Telefonanschluss und nen Schokoshake bitte!

Gestern wurde ich vom Bauleiter angerufen, die Bodenplatte wäre fertig. Wie fertig, wurde die am Stück geliefert? Keine Ahnung, wie lange so etwas sonst dauert, mir kommt der Baufortschritt derzeit extrem schnell vor, obwohl unser Rohbauer die selbst gesteckten Ziele gar nicht erreicht hat. Die hatten sich vorgenommen, die Platte bis Freitag fertig zu bekommen.

Lirum larum, die Platte ist da und muss nun trocknen? Aushärten? Verklumpen? Keine Ahnung, was so eine Bodenplatte macht, auf jeden Fall braucht sie ein paar Tage Zeit dafür. Die soll sie haben, nächste Woche soll dann gemauert werden. Die Steine hierfür sind auf jeden Fall schon mal da.

Der Bau geht derzeit viel zu einfach voran, wir müssen uns um nix kümmern, der Bauleiter gibt äußerst regelmäßig Statusberichte ab und auch sonst ist eitel Sonnenschein. Es wird also langsam Zeit, dass irgendjemand diese Idylle stört. Auftritt Telekom! Ich bin seit Jahren Kunde bei NetCologne, bin zufrieden mit der Leistung und den Preisen. Warum sollte ich also im Haus nicht auch NetCologne für Telefon und Internet nutzen? Weil die Telekom das nicht will!

Bildquelle: Stihl024  / pixelio.de

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NetCologne baut zwar derzeit ein eigenes Glasfasernetz aus, scheinbar haben sie es aber verpennt, das Baugebiet mit aufzunehmen. Vielleicht weil es zu teuer war? Vielleicht weil sie für den Ausbau lieber in 5 Jahren alle Straßen nochmal aufreißen wollen? Ich weiß es nicht. Jetzt liegt im Baugebiet auf jeden Fall ein Kabel der Telekom, also müssen wir auch unseren Erstanschluss bei der Telekom beantragen. Nun gut, es gibt einen Bauherrenservice auf der Telekom-Website, hier kann man alle Daten angeben, welche dann erstmal ohne Rückmeldung verschwinden. Infos, welche Leitung dort liegt, welche Kosten auf einen zukommen, welche Möglichkeiten man hat, wie lange der Anschluss dauert? Fehlanzeige!

Tage später erhielten wir einen Brief der Telekom. Diverse Formulare, alle benötigen zwei Unterschriften (einmal „normal“ unterschreiben, einmal in Druckbuchstaben?). In den meisten Formularen befreien wir die Telekom von der Haftung für die Tätigkeiten, die sie auf unserem Grundstück bzw. Haus durchführen. Ist das nicht geil, die buddeln nen Graben, bohren Löcher, installieren Gerätschaften und verlangen, dass wir sie aus der Haftung lassen?

Mit der Installation des Zugangs ist es aber natürlich nicht getan. Die Telekom hat ein Erstversorgungsanspruch. Das bedeutet, dass wir im Zweifel erstmal einen Vertrag bei der Telekom abschließen müssen, bevor wir diesen kündigen und zu NetCologne wechseln können. Gerne würde ich meine Festnetznummer mitnehmen, ob das aber funktioniert, wenn wir erstmal zu Telekom gehen, konnte mir bisher keiner sagen. Jede Drückerkolonne könnte von diesem Vorgehen noch etwas lernen. Falls ich es richtig verstanden habe, läuft es ungefähr so ab:

Ich will beim Rewe einkaufen. Hierfür muss ich mir bei Lidl einen Einkaufswagen kaufen, meine Waren, die ich bei Rewe billiger bekommen kann, teurer bei Lidl kaufen. Dann werfe ich diese Artikel weg, Rewe mietet den Einkaufswagen, den ich bezahlt habe, bei Lidl an und ich darf dann meine Waren bei Rewe einkaufen. Einfach, oder?

Wir haben wohl keine andere Wahl und müssen das über uns ergehen lassen. Ich bin gespannt, was sich die Telekom noch einfallen lässt, um uns das Leben schwer zu machen, das war sicher noch nicht alles.

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