Einmal mit Profis…

Was haben wir nach vielen vielen Monaten Hausbau gelernt: Man sollte mit Profis arbeiten. Leider überbieten sich bei uns die Herrschaften an Dilettantismus. Mittlerweile habe ich allerdings gelernt, dass Wut, Drohungen und Ärger rein gar nichts bringen – vielleicht sollte ich mir mal dieses „ruhig bleiben“ beibringen.

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Eine kurze Zusammenfassung der letzten Fortschritte:

Bauleitung

Nach all dem Säbelrasseln der letzten Wochen wollte ich mich noch einmal rechtlich absichern, und besprach unseren Fall mit einem Anwalt für Baurecht. Hier und da hat er mir einige Illusionen geraubt, in meinen Hauptkritikpunkten wurde ich bestätigt, sein fachlicher Rat war allerdings: Küsst dem Bauleiter den Hintern und lasst es über euch ergehen. Alle Schritte, die wir (zurecht) einleiten könnten, würden vermutlich nur zu noch mehr Verzögerungen führen, Geld kosten und am Ende niemandem helfen, außer dem Konto des Anwalts.

Nun gut, dann halt so. Ich schreibe also seit dem fein säuberlich alles auf, was mir an Mängeln oder Änderungen auffällt, hänge Beweisfotos an und formuliere so freundlich wie möglich. Mal sehen, wie lange ich dieses „nett sein“ durchhalte.

Heizung

Die Wärmepumpe wurde ja bereits vor einigen Wochen installiert, nun wurde sie vor 2 Wochen auch in Betrieb genommen. Die initiale Aufheizphase soll den Estrich trocknen, die Heizung läuft während dieser Zeit unter Volllast und bringt lockere 40 Grad in die Bude. Nun wäre es zu schön um wahr zu sein, wenn das Außengerät stehen würde, und wir nicht komplett mit dem verbauten Heizstab heizen müssten. Also haben wir bisher ca. 250 Euro Stromkosten (bei ca. 25 Cent / kWh) „verheizt“.

Das Außengerät steht bequem bei uns im Wohnzimmer, vielleicht damit das arme Ding nicht friert. Eigentlich stehen im Wohnzimmer sogar zwei Außengeräte. Ist eins davon ein Geschenk des Hauses? Kommt das weg? ebay? Wer weiß…

Der Elektriker hat sich allerdings erübrigt, einige Mängel zu beheben, unter anderem die Heizung vernünftig zu verkabeln. Dabei musste er die Wärmepumpe kurz vom Strom nehmen, damit war das Aufheizprogramm beendet, die Trocknungsphase unterbrochen.

Das ist aber kein Problem, die Heizung tropft sowieso, Mittlerweile hat sich eine stattliche Pfütze angesammelt. Ich bin kein Fachmann, aber dass der Boden so nicht vernünftig trocknen kann – soviel Transferleistung schaffe auch ich. Einmal mit Profis…

Estrich

Unsere lieben Estrich-Gießer waren wohl der Meinung, dass Duschen vollkommen überbewertet ist. So haben uns die Fliesenleger aufgeklärt, dass das Gefälle für eine bodentiefe Dusche nicht durch die Fliesen sondern durch den Estrich kommen muss. Kein Problem, dann muss halt der Estrich aus der Dusche noch einmal entfernt und neu gegossen werden. Wir haben ja Zeit. Einmal mit Profis…

Trockenbau

Der Trockenbauer hat sein Tatwerk nach zweiwöchiger, krankheitsbedingter Unterbrechung nun auch wieder aufgenommen, er plant, in zwei Wochen fertig zu sein. Mag so kommen, oder auch nicht, wer weiß.

Elektrik

Unser Elektriker hat es dann auch geschafft, den Sicherungskasten zu setzen. Nach kurzer Begutachtung des Meisterwerks fiel ein 5-seitiger Mängelbericht hinten raus. Es waren keine großen Böcke drin, aber ordentliches Arbeiten sieht für mich anders aus. Von den bemängelten Punkten wurde jetzt genau einer zufriedenstellend behoben, den Rest machen wir jetzt selbst, damit es ordentlich wird. Einmal mit Profis…

Treppe, Türen, Zargen

Ich habe unsere Bauleitung unmissverständlich darauf hingewiesen, dass ich Innentüren und die Treppe erst einbauen lassen möchte, wenn die restlichen Gewerke abgeschlossen sind. Die Türen und Treppe sind mir zu empfindlich, als dass ich hier etwas riskieren möchte. Und wieder kam unser altes Kommunikationsproblem zum Vorschein.

Was ich sagte: „Ich will Treppen und Türen erst zum Schluss im Haus haben.“

Was der Bauleiter verstand: „Lagert mal die Treppe, Türen und Zargen im Wohnzimmer, die sollen später eingebaut werden.“

Die Bauleitung begründete diesen Schritt damit, damit sich das Holz schon mal akklimatisieren kann. Macht natürlich Sinn, dass sich die Türen an 40 Grad Innentemperatur während der Trocknungsphase des Estrichs gewöhnt. Plausibel!

Das der Ganze Plunder jetzt ständig im Weg liegt, ist das Eine. Dass wir bei 8 Türöffnungen 6 Zargen und 4 Türen geliefert bekommen haben, ist das Andere. Bisher konnte uns niemand erklären, wie es zu diesem Ungleichgewicht kam. Obendrein stellte sich heute raus, dass die falschen Zargen geliefert wurden, diese müssen ausgetauscht werden. Einmal mit Profis…

Decken

Um zumindest das Gewissen zu beruhigen, haben wir halt angefangen, die Decken zu streichen / tapezieren. Dabei stellte sich heraus, dass wir mit dem Geld, welches wir den Putzern zum Spachteln der Decken gegeben haben, besser ein schönes Feuer gemacht hätten. Kurzum, unser Maler hat die Decken jetzt nochmal gespachtelt, nun ist die Fuge auch glatt. Einmal mit Profis…

Unsere informationsfreudige Bauleitung hat mal einen Blick in die Glaskugel geworfen und erwartet den Beginn der Fliesenarbeiten nicht vor Dezember. Damit können wir uns wohl auch den Einzug vor Weihnachten von der Backe putzen.

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