Wat, Internet?

Während die Bauzeit sich wie ein altersmüder Lastenesel dahinschleppte, rennen uns die Tage seit Einzug ins Haus einfach weg. Noch so viel zu tun und so wenig Lust Zeit. Ab und zu würde ich gerne mal nen Abend vor dem Rechner verbringen, Mails beantworten, Beiträge schreiben und schauen, was in diesem Internetz so los ist. Aber Moment, wie immer ist das gar nicht so einfach.

Bildquelle: Stihl024  / pixelio.de

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Wie schon mal beschrieben, hat die Telekom einen Erstversorgeranspruch. Bei einem Neubau muss man also einen Anschluss bei der Telekom beantragen. Ich habe zwar einen Vertrag bei NetCologne laufen, bin damit auch sehr zufrieden, und bekomme dort die gleiche Leistung für 5 Euro im Monat weniger. Aber alles lamentieren half nichts, also bei der Telekom einen Anschluss beantragt. Dort gibt es einen Call Plus Tarif, dieser beinhaltet nur den Festnetzanschluss, kann aber innerhalb von sechs Werktagen wieder gekündigt werden.

Schlau wie ich bin, den Anschluss bei der Telekom beantragt, den Vertrag bei NetCologne so lange laufen lassen und dann den fliegenden Wechsel vornehmen. Die Beantragung des Anschlusses ging recht flott, seitdem gab es keine Rückmeldung mehr von der Telekom. Obwohl, einmal haben wir nen Brief erhalten, dass wir nicht ins Telefonbuch eingetragen werden wollen. Super, danke das ihr mich daran erinnert, dass ich auf „keinen Eintrag im Telefonbuch erstellen“ geklickt habe. Aber Auftragsbestätigung? Vertragsdetails? Eine Kundennummer? Ein Termin, wann der Techniker kommt? Fehlanzeige!

Der Techniker stand letzte Woche halt irgendwann auf der Matte, wir waren zum Glück zuhause. Drei Handgriffe später hing unsere Telefondose, wir können nun angerufen werden. Der Techniker fragte mich, ob er mir die neue Telefonnummer geben solle. Dankend lehnte ich ab, erklärte ihm kurz mein Dilemma. Er wollte kurz die Vorteile lobpreisen, wenn ich bei der Telekom bleibe, habe ihm freundlich aber bestimmt erklärt, dass ich mich bereits entschieden hätte.

Nun ab zum NetCologne Shop, und meinen Vertrag ins Haus „umziehen“. Der freundliche Service-Mitarbeiter wies mich allerdings darauf hin, dass wir eben nicht im hochtechnisierten 21. Jahrhundert leben, sondern hier noch steinzeitliche Bedingungen herrschen. Der Umzug nimmt ca. 4-6 Wochen in Anspruch. Warum so lange? Geht es nicht etwas genauer? Muss noch mal ein Techniker kommen, oder könnt ihr das einfach so umstellen? Ich blickte in leere Augen, erste Tränen fingen an zu kullern. Die böse Telekom wäre schuld. Die würden alles verzögern und die wären auch voll gemein, vielleicht ziehen sie sogar heimlich an den Haaren.

In Zeiten, in denen Roboter in der Größe eines VW Golfs auf der Mars-Oberfläche rumfahren, in denen mittlerweile Kühlschränke ihren Inhalt prüfen und den Einkaufszettel auf dem Handy automatisch aktualisieren – in diesen Zeiten dauert es 4-6 Wochen um ein bestehendes Kabel von Anbieter A auf Anbieter B umzuschalten?

Und das Ganze für eine jämmerliche 6.000er Leitung? NetCologne baut derzeit in Köln und Umgebung fleißig Glasfasernetze aus, aber natürlich nicht bei uns im Baugebiet. Kommt sicher in 5 Jahren, dann kann man wenigstens die neuen Straßen wieder aufreißen und sicher bei den Anwohnern noch mal schnell die Hand aufhalten.

Jetzt heißt es also warten, bis wir zumindest die „langsame“ Leitung freigeschaltet bekommen. So lange gibts nur Internet auf dem Smartphone. Ja ich weiß, mobiler Hotspot, Surfstick, bla bla.

Will ich nicht, kann ich nicht gebrauchen, geht auch nicht. BASE schickt mir ständig SMS mit dem panischen Aufruf, mein Surfverhalten anzupassen, da mein Volumen aufgebraucht sei, und ich jetzt nur noch gedrosselt im Netz unterwegs bin.

Anrufe, Mails und wage gehaltene Drohbriefe beschleunigen auf jeden Fall den Vorgang auch nicht, uns bleibt also nichts als abzuwarten, bis wir endlich zur zivilisierten Welt gehören und ich Artikel wie diese nicht mehr in fremden WLANs veröffentlichen muss.

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